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Hautkrebsvorsorge und Hautkrebsnachsorge

Regelmäßige Hautkrebsvorsorge ist der beste Schutz vor Hautkrebs, denn früh erkannter Hautkrebs ist den meisten Fällen heilbar.  Für die erfolgreiche Behandlung von Hautkrebs spielt der Zeitpunkt seiner Entdeckung die entscheidende Rolle. Mit einer mehrstufigen professionellen Hautkrebsvorsorge lässt sich Hautkrebs und seine Vorstufen rechtzeitig von unseren erfahrenen Dermatologen erkennen, therapieren und heilen.

Wie bereite ich mich auf die Untersuchung vor?

Es gibt ein paar Dinge, die Sie beachten sollten, um sich und Ihrem Arzt die Untersuchung so einfach wie möglich zu machen:

Entfernen Sie vor der Untersuchung Nagellack von Finger- und Zehennägeln, da Hautkrebs auch unter den Nägeln entstehen kann. Auch Körperschmuck wie Ohrstecker oder Piercings können dem Arzt das Erkennen kleiner Veränderungen erschweren. Verzichten Sie außerdem auf Make-up: Vor allem der „helle Hautkrebs“ ist mit Make-up kaum zu entdecken. Da der Arzt Ihre Kopfhaut genau untersucht, sollten Sie auch auf aufwendige Frisuren (Gel, Haarspray, Zöpfe) verzichten.

Wie läuft die Untersuchung bei DERMAKULM ab?

1. Dermatoskopie: Gründliche Hautkrebsvorsorge mit dem Auflichtmikroskop

Die Hautkrebsvorsorge beginnt mit einer gründlichen Untersuchung des gesamten Körpers, durch einen erfahrenen Dermatologen, bei dem auch behaarte Hautstellen und Körperfalten aus der Nähe betrachtet werden. Hierbei kommt das Auflichtmikroskop zum Einsatz, mit dem die Mikrostrukturen der Pigmentmale unter starker Vergrößerung befundet werden. Diese gründliche und umfangreiche mikroskopische Inspektion nahezu aller Hautveränderungen trägt ganz wesentlich zu der hohen Sicherheit bei, die ein einfaches Hautscreening nicht leisten kann. Während der Untersuchung erklären wir sofort alle relevanten Ergebnisse und planen gegebenen falls eine, vertiefende Untersuchung oder Dokumentation zur Verlaufskontrolle. Diese kann in der Regel im Anschluss durchgeführt werden, so dass kein weiterer Termin erforderlich ist. Wenn bei der Untersuchung keine medizinisch relevanten Auffälligkeiten bestehen, wird anhand des individuellen Risikoprofils, eine Empfehlung für den nächsten Kontrolltermin gegeben. Sollte jedoch ein Muttermal verdächtig aussehen, wird ggf. eine noch genauere Untersuchung empfohlen, bevor über eine Therapie entschieden wird.

2. Foto-Video-Dermatoskopie und Naevisense®: Mehr Sicherheit durch höhere Auflösung und Fotodokumentation und Verlaufskontrolle

Wenn während der Dermatoskopie mit dem Auflichtmikroskop besondere Pigmentmale auffallen, empfehlen wir digitale Aufnahmen in einer noch höheren Auflösung. Damit können die Mikrostrukturen verdächtiger Hautstellen noch genauer betrachtet und die bestehende Verdachtsdiagnose erhärtet oder verworfen werden. Außerdem dient diese Fotodokumentation zur zeitlichen Verlaufskontrolle der Pigmentmale, damit Veränderungen beim nächsten Kontrolltermin erkannt werden können. Das erhöht die Sicherheit, aktive Tumore sehr früh zu erkennen und erfolgreich zu therapieren. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass relevante Veränderungen von Hautstrukturen, die auf einen Tumor hindeuten, bereits 2,5 bis 3 Jahre früher entdeckt werden können. Dieser wertvolle zeitliche Vorsprung kann durch eine regelmäßige und gründliche Hautkrebsvorsorge genutzt werden.

3. Labormedizinische Absicherung

Nur wenn bei der Hautkrebsvorsorge-Untersuchung ein weißer Hautkrebs nicht mehr auszuschließen ist, wird eine Gewebeprobe entnommen und zur Sicherung des Befundes von einem histopatologischen Fachlabor untersucht. Das ist der abschließende Schritt, der nur nötig ist, wenn sich auf einer der vorherigen Stufen ausreichende Verdachtsmomente ergeben haben.

4. Verlaufskontrolle der Muttermale: Veränderungen erkennen

Die mittels Videodermatoskopie untersuchten Pigmentstellen können gleichzeitig als Foto aufgenommen und gespeichert werden. So lassen sich im Rahmen der regelmäßigen Kontrolluntersuchungen Veränderungen einzelner Muttermale frühzeitig und sicher erkennen. Der Computer übernimmt dabei die Zuordnung der Fotos zu den einzelnen Körperstellen, damit sie wiedergefunden werden und der sich der Hautkrebs nicht unbemerkt entwickeln kann.

Wie oft sollte eine Hautkrebsvorsorge gemacht werden?

Grundsätzlich empfehlen wir zur Hautkrebsvorsorge individuelle Abstände, die sich aus dem persönlichen Risikoprofil ergeben. Für Patienten ohne familiäre oder sonstige Vorbelastung lautet die bei uns Empfehlung, ab dem Teenageralter einmal im Jahr die Haut zur Sicherheit auf Veränderungen der Pigmentmale hin untersuchen zu lassen. Doch leider kommt Hautkrebs auch bei jüngeren Menschen vor, daher ist es sinnvoll, gerade bei heller Haut, vielen Pigmentmalen oder häufigem Sonnenbaden und familiärer Vorbelastung, mit dem Dermatologen über die eigene Situation zu sprechen. Im Rahmen des Gesprächs und einer Eingangsuntersuchung kann ein persönliches Risikoprofil erstellt werden, aus dem sich der jeweilige Untersuchungsintervall ergibt. Dieser kann bei stark erhöhtem Hautkrebsrisiko oder einer Vorerkrankung auch bei zwei bis vier Kontrollterminen im Jahr liegen.